Wort und Tat in Münster, Amsterdam und Delft
HINTERGRUND
Achtzigjähriger Krieg. Nie gehört? Unsere direkten Nachbarn schon – die protestantischen Niederländer haben nämlich in eben
diesem ihre Unabhängigkeit von dem katholischen Spanien erkämpft! Die im besten Sinne liberalen, also freiheitlichen Einstellungen in religiösen, moralischen und
weltanschaulichen Dingen der Niederländer wurzeln in diesem erfolgreichen Kampf. Supermacht Niederlande – das ist ein weiteres Ergebnis dieses langen Krieges:
Ein knappes Jahrhundert lang dominieren unsere "kleinen" Nachbarn die damals bekannte Welt in Sachen Seefahrt, Handel, Technologie und … Kunst.
Wir haben uns mit all diesen Aspekten im Englisch- und Geschichtsunterricht beschäftigt und wollen uns jetzt vor Ort umsehen.
Der 80jährige geht übrigens in den 30jährigen Krieg über und der wird bekanntlich 1648 in Münster im seit dem sogenannten Friedenssaal beendet.
Mit den Unterschriften unter diesem ersten großen europäischen Friedensvertrag wird übrigens überhaupt erst der Staat "Niederlande"
offiziell aus der Taufe gehoben. Viele Gründe also, zunächst einmal nach Preußen (nein, heute ja:) Westfalen zu reisen – gut, dass es quasi auf dem Weg liegt.
DIE TOUR
Station 1:
Münster. Die Stadt der "exemplarischen und grauenvollen Geschichte des Reichs der Wiedertäufer"
(Pierre Barret, Jean-Noel Gurgand: Der König der letzten Tage. Die exemplarische und grauenvolle Geschichte der Wiedertäufer zu Münster 1534-1535; Kabel Verlag 1982)
aus der Zeit der Wirrungen nach der Reformation – holländische Eiferer errichten hier im 16. Jhdt. eine Art Kirchenstaat. Der Bischof von Münster führt im 17. Jhdt.
Krieg gegen die Republik der Niederlande. Wunderschöne mittelalterliche Straßen und Gassen und viel reicher Renaissance-Stil im sehr gut restaurierten alten Stadtkern.
"Münster – entweder es regnet oder die Glocken läuten", sagen die Alt-Eingesessen und es stimmt mal wieder: Strahlender Sonnenschein und ständig
läuten irgendwo Kirchenglocken. Wir erkunden die erzkatholische Kirchen-, Dom- und Kathedralenhochburg und inspizieren die Auswirkungen der inkonoklastischen
Weltverbesserer um Jan van Leyden (hinreißend gespielt von Oskarpreisträger Christoph Waltz in “König der letzten Tage”), bummeln durch die Alt-Stadt und
erkunden Münsters Facetten als Studenten- und Universitätsstadt, z.B. findet sich hier in einem romantischen Fachwerkbau das bundesdeutsche Zentrum für die Studien der niederländischen Geschichte.
Unterbringung und Frühstück im Zentrum der Stadt mit Blick auf den wunderschönen Aasee.
Station 2
Amsterdam. Noch schöner und eindrucksvoller als in den Reiseführern beschrieben! Kulturelles Zentrum. Historie live. Fast 7.000 Kaufmanns- und Lagerhäuser
sowie beinahe 1.300 Brücken aus dem 16. bis 18. Jahrhundert zeugen von dem Goldenen Zeitalter, das wir im abiturrelevanten Unterricht erforschen. Zahlreiche jahrhundertealte Denkmäler zieren den Stadtkern.
Gemeinsame Touren und viele Museen zur eigenen Erkundung je nach Interessenslage. Wunderschönes Wetter.
Unterbringung in zentraler Lage im Hotel Van Gogh direkt auf der Museumsinsel. Sehr empfehlenswert: Unterbringung in sauberen und modernen Zimmern mit Flatscreen, WLAN, Küchennutzung und Frühstücksbuffett nach Wahl.
Station 3
Delft. Prinzenstadt. Älteste technische Universität. Die Stadt Vermeers. Uns wohlbekannt aus dem Englischunterricht durch Griet, “Das Mädchen mit dem Perlenohrring”.
Delft selber ist aber auch eine Perle. Gehört zu den ältesten niederländischen Städten. Blühende Handelsstadt im Goldenen Zeitalter. Sehr schönes von Grachten durchzogenes historisches Stadtbild.
Brabanter Gotik und Patrizierhäusern der Renaissance – hat den typischen Charakter altholländischer Städte bewahrt. Nach Amsterdam populärstes touristisches Ziel der Niederlande:
jährlich rund eine Million Besucher, die wir zum Glück überhaupt nicht wahrnehmen. Wir lassen uns von der wunderbaren Mevrouw Lenny Mulder charmant und informativ in einem speziell für
uns angepassten Programm auf den Spuren Vermeers, der eng mit der Stadt verbundenen Oranier und der von uns erarbeiteten Geschichte der Niederlande durch Delft führen.
Anschließend Bummel über den Markt, der grade zwischen gotischer Kiche und dem Renaissance-Rathaus stattfindet. Phantastisches Wetter!
Die Athmosphäre der Stadt macht genau wie Münster Lust, einmal die Universitäten zu erkunden. Während man in Münster sogar noch mehr Fächer als in Hamburg studieren kann,
konzentriert sich Delft mit einer der renommiertesten Universitäten der Niederlande auf die technischen Berufe.
TRANSPORT
Wir reisen mit der Deutschen Bahn AG und den “Nederlandse Spoorwegen”. Da wir weder zur Sommers-, noch zur Winters- oder Tarifverhandlungszeit fahren, kommen wir tatsächlich,
wie geplant und ohne Hitzekollaps oder Frostbeulen, aber mit lauter neuen schönen Eindrücken pünktlich wieder am Hamburger Hauptbahnhof an.
RESUMÉE
Wann fahren wieder los?