Schulversuch "alles » könner"

"Ich bin gut in der Schule" – diese Selbstauskunft von Schülerinnen und Schülern bezieht sich
herkömmlicher Weise auf ihre Zensuren.
Einen solchen Leistungsbegriff zu hinterfragen, macht sich der Schulversuch "alles>>könner" zur Aufgabe:
Alle Schüler sind Könner, auch wenn sich dies nicht bei jeder und jedem in guten Noten ausdrückt.
Kompetenzbegriff der GSB
Die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler umfassen nicht nur das fachliche Wissen, sondern auch überfachliche Kompetenzen (das Können) sowie die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen für das eigene Handeln in der Gemeinschaft (das Wollen). Im Fokus stehen also nicht ausschließlich fachbezogene Kompetenzen, sondern gleichberechtigt auch soziale und Selbst-Kompetenzen.
Ziel unserer Schule ist es, die individuellen Kompetenzen zu fördern und damit die Lebensplanung der Schülerinnen
und Schüler in unserer vielschichtigen Gesellschaft zu unterstützen. Hierzu soll möglichst jede und jeder
einzelne in unserer vielfältigen Schulgemeinschaft Erfahrungen machen, in der sie oder er sich als bedeutsam erlebt
und von sich sagen kann: "Ich bin gut in der Schule". Dafür bieten wir neben unserem fast ausschließlich
binnendifferenzierten Unterricht an vielen Stellen im Schulleben Gelegenheit, u.a. in den Projektwochen der Jahrgänge 5-10,
in Jahrgangsvollversamm–
lungen der Jahrgänge 5 und 6 und in den Profilen der Jahrgängen 9/10 und 12/13.
Diesen Weg verfolgen wir auch zukünftig mit unseren Planungen zur Stadtteilschule.
Dabei suchen wir externe Unterstützung durch unsere Teilnahme
- an der Pädagogischen Werkstatt "Individualisierung des Lernens und Umgang mit Heterogenität" der Robert-Bosch-Stiftung;
- am Schulversuch "alles » könner".
Schulversuch "alles » könner" an der GSB
Seit 01.08.2008 nehmen wir als eine von insgesamt 53 Hamburger Schulen am Schulversuch "alles>>könner" teil.
Dabei gehören wir zu einer Gruppe von 10 Schulen verschiedener Schulformen mit Sekundarstufe I.
Im Rahmen des Schulversuchs entwickeln wir eine Lern- und Unterrichtskultur, die sich drei übergeordneten Zielen verschreibt:
- Individualisierung des Unterrichts
Wir motivieren, neue Lernformen zu wagen. Dabei richten wir den Blick auf den einzelnen Schüler und sein Potenzial. Unser Unterricht fördert so gut als möglich die Entwicklung der kognitiven, lernmethodischen, sozialen und Selbst-Kompetenzen unserer Schüler. Hierzu organisieren wir den Unterricht bereits heute fast ausschließlich binnendifferenziert in (leistungs-)heterogen zusammengesetzten Lerngruppen. - Entwicklung von Rückmeldeformaten
Die Rückmeldeformate fördern die individuelle Kompetenzentwicklung jeder Schülerin und jedes Schülers, indem sie die individuellen Fortschritte betonen und darüber hinaus eine Orientierungsrahmen geben bezüglich der erwarteten Kompetenzen.
Dabei geht es nicht darum, Zensuren abzuschaffen, sondern eine neue Kultur im Umgang mit Schülerleistungen zu entwickeln. Gefragt wird eben nicht mehr nur nach Noten, sondern etwa nach Neugier, Interesse und Kreativität von Schülern oder nach ihrer Fähigkeit, Informationen aus Medien zu entnehmen (lernmethodische Kompetenzen), nach ihrem Zutrauen zu sich selbst oder ihrer Selbsteinschätzung eigener Fähigkeiten (Selbstkompetenzen), nach der Fähigkeit, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen oder nach dem Umgang mit Konflikten (sozial-kommunikative Kompetenzen).
Individuelle Rückmeldebögen zum Schüler-Tutoren-Sprechtag und zum Eltern-Schüler-Tutorensprechtag sowie fachbezogene Rückmeldebögen zu den Kernfächern sind bereits im laufenden Schuljahr in unserem Infoheft verankert. - Förderung der Kooperationskultur der Lehrerteams innerhalb unserer Schule und der Teilnehmer-Schulen untereinander
Wir bereiten den Unterricht im Rahmen des Schulversuchs gemeinsam vor und wollen langfristig in festen Pädagogen-Teams arbeiten, die eine überschaubare Gruppe von Schülerinnen und Schüler betreuen und für diese den Unterricht und die Rückmeldeformate planen. Dabei schauen wir über den Tellerrand und beziehen Konzepte anderer Schulen in unsere Überlegungen mit ein.
Die Teilnahme am Schulversuch ist fachweise organisiert, wir nehmen teil mit den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Naturwissenschaften. Die Ausführungen zeigen jedoch, dass der Schulversuch "alles>>könner" weit über die fachspezifische Sichtweise hinaus Perspektiven aufzeigt. Er ordnet sich damit in die aktuelle und zukünftige Schulentwicklung der Gesamtschule Bergedorf ein: die Entwicklung der Lernwerkstatt und der Profile seit mehr als zehn Jahren und die Entwicklung zur Stadtteilschule ab Schuljahr 2010/11.
Thorsten Pfaff (Abteilungsleiter 8-10), Herwig Sünnemann (Didaktischer Leiter)