Schüler stellen sich den Problemen der Welt - Simulation der Vereinten Nationen -

Haben Sie schon einmal als Delegierter in einem Gremium der Vereinten Nationen die Interessen ihres Landes vertreten? In diese Rolle schlüpften 120 SchülerInnen im Haus Rissen, um Antworten und Lösungen für die Probleme von heute zu finden.

„Sehr geehrte Sitzungsleitung, sehr geehrtes Gremium.“

Zum ersten Mal tagte der Wirtschafts- und Sozialrat (WiSo) und der Menschenrechtsrat (MRR) von SVeN (Simulation der Vereinten Nationen) in dieser Form in Haus Rissen. Etwa 120 engagierte Schüler/innen schlüpfen in die Rolle von Delegierten der Vereinten Nationen mit dem Ziel, Antworten für die wichtigen Themen der Geburtenregistrierung, der Bildungspflicht und der Mädchenrechte zu finden und so einen Lösungsweg für die Probleme von heute zu bereiten. „Es ist unsere Aufgabe Sicherheit und Weltfrieden für jeden Menschen zu schaffen. Deswegen ist es notwendig die Menschenrechte zu schützen und für eine nachhaltige Entwicklung zu sorgen,“ betont die Generalsekretärin Julika Stenzel in der Eröffnungsrede. Damit diplomatische Höchstleistungen an diesen zwei Tagen erreicht werden können, braucht man laut ihrer Exzellenz der Generalsekretärin maximalen gegenseitigen Respekt. Denn gegenseitige Unterstützung und das gemeinsame Suchen nach Kompromissen bringt diese Simulation den Vereinten Nationen wahrhaft nahe. Bekräftigt durch diese Worte beginnt die Simulation in den Gremien. Auch hier hält die Generalsekretärin die erste Rede und eröffnet die Positionsreden der Delegierten.

„[…] beantragt eine informelle Sitzung für 30 min.“

Die informellen Sitzungen nehmen die meiste Zeit der Verhandlungsphasen ein. Der Grund dafür liegt darin, dass man auf einander eingeht, sich Unterstützung suchen muss, um letztendlich gemeinsam Arbeitspapiere zu erstellen. Diese werden durch Prüfung des Sekretariats zu Resolutionsentwürfen. Doch bis es so weit kommt, muss viel verhandelt werden und fast ebenso viel danach wieder in einer formellen Phase. Am Ende des ersten Tages gelingt es dem WiSo eine fertige Resolution zu verabschieden. Die Resolution appelliert stark an die UN-Mitgliedsstaaten die Geburtenregistrierung weiter voranzubringen und den nötigen Weg dafür zu schaffen. Worauf die Resolution nicht weiter eingeht, ist ein zeitlicher Rahmen und ein potenzieller Weg, das Ziel zu erreichen. Genauer darauf eingegangen wäre der abgelehnte Resolutionsentwurf. Der MRR verabschiedet am Morgen des zweiten Tags fünf Resolutionen, welche noch speziell auf unterstützende Institutionen und Organisationen, weitere Arbeitsprogramme der UNO und auf lokale Aufklärung eingehen.

„[klopf, klopf, klopf] Herzlich Willkommen zurück liebe Delegierte.“

Die Verhandlungsphasen in den Gremien gehen mit dem zweiten Tagesordnungspunkt weiter. Bei den Redebeiträgen und in den informellen Sitzungen wird im WiSo schnell klar, dass die Meinungen zu diesem wichtigen Thema sehr ähnlich sind, weshalb nur ein einzelnes Arbeitspapier erstellt wird. Dieses legt besonderen Wert auf die Relevanz der Bildungspflicht und die damit erreichbare Chancengleichheit. Als Resolutionsentwurf wird es fast im Konsens

angenommen. Das Gewicht der Mädchenrechte wird dadurch betont, dass den Delegierten des MRR bereits vor Beginn der Verhandlungsphase ein Entwurf einer Mädchenrechtskonvention vorgelegt wird, damit bei einem so umfangreichem Thema ein Arbeitspapier nicht vom Grundaufbau neu entworfen werden muss und sich das Gremium auch auf die nötigen Unterpunkte fokussieren kann. Im zeitlichen Rahmen der Simulation ist es leider nicht gelungen eine Resolution zu verabschieden, jedoch liegt ein Änderungsantrag vor, welcher noch weiter auf den Faktor der religiösen Überzeugung eingeht. Doch es wird auch beantragt Punkte für Maßnahmen gegen Gewaltanwendung und den Schutz vor Kinderehen zu streichen und im tertiären Bereich der Bildung eine Erlaubnis eines männlichen Vormundes zu verpflichten. Ob der MRR diesen Antrag angenommen hätte oder nicht, weiß man nicht, jedoch hätte es viele weitere Reden und Diskussionen gegeben.

„Man hat das Schüler-Sein abgelegt und begonnen, sein Land zu sein.“

Generell war das Stimmungsbild der Delegierten gleich. Zusammengefasst hat die Simulation dazu verleitet, sich zu informieren, über die aktuelle Lage nachzuforschen, um sich in sein Land einzuarbeiten. Positiv war nicht nur der Einblick in die Vereinten Nationen, sondern auch die Einführung in die „andere Sprache“. Die Ausdrucksweise und das Verhalten in den Verhandlungsphasen haben die Veranschaulichung in das Leben als Delegierter noch weiter gefördert.

Begrüßt wird zur Abschlusszeremonie Herr Dr. Philipp-Christian Wachs, Direktor des Instituts, und die Schirmherrin der Veranstaltung, Katharina Fegebank, zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg. Als Schirmherrin, aber auch als Privatperson, sei es ihr wichtig hier zu sein, sagt Fegebank. Sie betont, dass es sich bei so einer Simulation häufig um eine schönere Realität handelt und appelliert daher besonders, in diesen Zeiten und für diese Generation, viel zu beobachten und gemeinschaftlich etwas zu erreichen – kreativ für ein schöneres Miteinander zu sorgen. Kompromisse zu finden ist immer wichtig und zudem notwendig, um die Welt für die kommende Generationen weiterhin lebenswert zu halten.

Bericht von I. Rohrbach

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